8 Euro mehr für Hartz4-Empfänger
Februar 26th, 2011 · Keine Kommentare
Was haben wir doch für fähige Leute in unserer Regierung!
Sie haben monatelang darüber debattiert und schaffen es dennoch nicht, sich auf eine vernünftige Erhöhung der Hartz4 Sätze zu einigen.
Schauen wir doch mal, was so ein Hartz4-Empfänger mit 8 Euro anfangen kann:
2 Packungen Zigaretten mehr rauchen
8 Hamburger kaufen (weil da ja soooo gesund sind!)
4-6 Tageszeitungen kaufen um die Stellenanzeigen zu studieren
2 Monate sparen und dann einmal das Handy-Guthaben aufladen
2 Monate sparen um einmal zu zweit ins Kino zu gehen und anschließend 2 Hamburger zu „genießen“
Nun ja, vielleicht haben ja auch die Menschen Recht, die sagen, dass es Hartz4-Empfängern in Deutschland gut geht.
Aber was ist gut?
Wo fängt gut in einer Wohlstandsgesellschaft wie der unseren an?
Nicht jeder hat die Chance einen Top Beruf zu erlernen und ein Studium abzuschließen, durch das er einmal besser verdienen wird.
Und selbst wenn er das kann, ist das keine Garantie für ein geregeltes Einkommen oder ein sorgenfreies Leben.
Und nicht jeder ist dazu in der Lage sich als Selbständiger zu versuchen, denn ohne ausreichende Fachkenntnisse und einem gewissen Durchhaltevermögen ist man in jeder Branche zum Scheitern verurteilt.
Millionen Menschen sind gesundheitlich nicht in der Lage das zu leisten was notwendig wäre, um den eigenen Lebensunterhalt zu verdienen.
Und jeder der jetzt noch sagt, 8 Euro mehr sind genug – und ich meine damit vor allem einige unserer Spitzenpolitiker, die nie auf diesem Niveau leben mussten, also überhaupt nicht wissen, wovon sie reden - , der sollte es sich mal einen Monat in einer 40m² Wohnung gemütlich machen und versuchen, mit weniger als 400 Euro über die Runden zu kommen.
Und wenn Sie das hinter sich haben, sollten dieselben Menschen doch einfach einmal anfangen Arbeitsplätze zu schaffen, damit wirklich jeder einen Job bekommt.
Geht nicht?
Warum?
Wer z.B. mehr als 100.000 Euro netto im Jahr verdient, kann doch durchaus die Hälfte seiner Arbeitszeit und seines Gehaltes abgeben, oder?
Oder vielleicht zumindest 25% ???
Ja, wenn es um uns selbst geht, dann sind wir gerne großzügig, aber bei anderen?
Überlegt doch einfach einmal, dass die Kinder eines Hartz4 Empfängers auch die nächste Klassenfahrt mitmachen möchten und dabei nicht vor der Eisdiele herumlungern möchten, in der die anderen drinnen sitzen.
Dass dieselben Kinder vielleicht auch Gitarrenunterricht nehmen möchten und im Fußballverein nicht mit viel zu kleinen, zwei Jahre alten Schuhe auf den Platz laufen möchten.
Und dass sie auch einmal mit ihren Eltern ins Kino möchten.
Und dafür sind 8 Euro mehr zu viel?
Nein, wohl eher deutlich zu wenig!
Überlegt doch einmal, auf was Ihr alles verzichten müsstet, wenn ihr damit auskommen müsstet.
Was bei mir bei diesen Gedanken herauskommt: „Das reicht hinten und vorne nicht!“
Und anstatt im Chor mitzuschreien: „ Die sollen doch arbeiten gehen“, sollten wir uns alle Gedanken machen.
Gedanken darüber, wie wir es schaffen, Hartz4 Empfänger nicht noch weiter auszugrenzen, sondern ihnen die Möglichkeiten zu geben aktiv am Leben teilzunehmen und ihr Leben und das Leben ihrer Kinder aktiv mit zu gestalten.
Und noch etwas sollten Sie, liebe Frau Merkel und alle anderen vernunftbegabten Politiker in unseren Landen sich einmal zu Gemüte führen:
„So gut wie jeder Euro, den Hartz4 Empfänger mehr erhalten, kommt direkt der Wirtschaft zu Gute, denn dieses Geld wird ausgegeben!“
Und was meinen Sie, was mit einem Euro passiert, den sie jemandem geben, der ohnehin schon über 100.000 Euro im Jahr verdient und die Hälfte davon auf ausländische Konten transferiert?
Ja, wenn Sie keinen Fehler machen, dann denken Sie in die richtige Richtung, denn jeder Euro, den ein Reicher mehr zum Leben hat, den braucht er nicht wirklich.
Er landet ebenfalls auf den besagten Konten!
Und in diesem Zusammenhang könnten Sie gleich einmal überlegen, ob Mindestlöhne in bestimmten Bereichen nicht doch Sinn machen würden.
Oder finden Sie es richtig, dass es z.B. Friseusen in den neuen Bundesländern gibt, die auf Hartz4 angewiesen sind, obwohl sie 40 Stunden in der Woche arbeiten?
In diesem Sinne fordere ich Sie auf:
“Begrenzen Sie doch bitte die nächste Diätenerhöhung auf 8 Euro/Monat”
Mal schauen, wie weit Sie damit kommen!
Tags: Allgemein

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